Ein Ort für die gesamte Stadtgesellschaft

Das Interesse war riesengroß – und das nicht nur unter den Mitgliedern des Allgemeinen Schützenvereins St. Martinus. Bei der Informationsveranstaltung zur geplanten Schützenhalle wurde deutlich, dass das Vorhaben viele Sendenhorster beschäftigt. Entsprechend zahlreich waren die Nachfragen aus dem Publikum. Für den Verein ein erfreuliches Signal: Die geplante Halle soll ausdrücklich kein Projekt allein für die Schützen werden, sondern ein Ort für die gesamte Stadtgesellschaft.

Vorsitzender Andreas Rickert machte bei der Vorstellung des aktuellen Planungsstands deutlich, dass der Verein großen Wert auf eine gute Einbindung des Vorhabens in das Umfeld legt. Nachbarschaftsschutz und Nachhaltigkeit seien wesentliche Punkte bei den Überlegungen. Das Projekt solle sich in die Umgebung einfügen und zugleich einen Mehrwert für die Stadt schaffen. Dazu gehört auch die Frage der verkehrlichen Erschließung. Eine direkte Zufahrt für Autos über den Industrieweg ist nicht vorgesehen. Die Halle soll vielmehr über eine noch zu schaffende Anbindung an die L586 in Richtung Tönnishäuschen erreichbar sein. Damit wird zugleich eine Entlastung des unmittelbaren Umfelds angestrebt.

Immer wieder wurde bei der Veranstaltung deutlich, dass der Schützenverein die geplante Halle nicht als Vereinsheim im klassischen Sinne versteht. „Eine Halle aus dem Verein – für die Gemeinschaft“, so lautet der Anspruch. Entstehen soll ein Zentrum für Gemeinschaft, Gesundheit und Zukunft – mit einem Festsaal, Sportmöglichkeiten sowie Angeboten, bei denen Inklusion und Gesundheit eine wichtige Rolle spielen.

Wie groß der Bedarf tatsächlich ist, wurde ebenfalls thematisiert. Der Verein habe bei den örtlichen Vereinen abgefragt, welche Nutzungsmöglichkeiten sie für eine solche Halle sehen. Das Ergebnis sei eindeutig: Der Bedarf sei riesengroß. Die Halle soll deshalb möglichst täglich genutzt werden. Je intensiver die Nutzung, desto besser ließen sich die laufenden Betriebskosten verteilen.

Kosten von 1,4 Millionen Euro

Wie die Halle wirtschaftlich betrieben werden kann, war ein weiterer Schwerpunkt der Fragen aus dem Publikum. Hintergrund waren unter anderem Berichte über Schützenhallen im Sauerland, die wegen ihrer finanziellen Belastungen schließen mussten. Rickert machte deutlich, dass man in Sendenhorst einen anderen Weg gehen wolle.

Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit mit rund 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Angestrebt wird eine Förderung von 90 Prozent. Mehrere Fördermöglichkeiten werden derzeit von einem eigens eingerichteten Arbeitskreis geprüft. Hinzu kommen rund 10.000 Stunden Eigenleistung, die der Verein in das Projekt einbringen will.

Für den Betrieb der Halle soll eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Schützenvereins gegründet werden. Dies sei aus steuerlichen Gründen notwendig, um die Gemeinnützigkeit des Vereins nicht zu gefährden. Nutzer sollen keine Mieten oder Pachten zahlen, sondern lediglich die tatsächlich anfallenden Betriebskosten erstatten.

Private Feiern nicht vorgesehen

Die Besucher wollten auch wissen, wer die Halle künftig nutzen kann. Private Feiern seien grundsätzlich nicht vorgesehen, erklärte Rickert, wobei Ausnahmeregelungen möglich bleiben sollen. Bei den Sportanlagen soll zunächst der Vereinsgedanke im Vordergrund stehen. Auch Nichtmitglieder sollen über Schnupperangebote an den Schießsport herangeführt werden können. Ziel sei es, den Schießsport im Schützenverein wieder lebendiger zu machen.Für den Allgemeinen Schützenverein St. Martinus geht es mit dem Projekt zugleich um die Zukunft des eigenen Schützenfestes. Die Suche nach einem Festwirt werde zunehmend schwieriger. Zudem seien die Kosten für ein Festzelt inzwischen auf 9000 bis 12.000 Euro gestiegen. Mit einer eigenen Halle wären die notwendigen Räumlichkeiten dauerhaft vorhanden.

Bauantrag noch in diesem Jahr

Für Rickert und seine Mitstreiter dürfte vor allem das große Interesse an der Veranstaltung ein wichtiges Signal gewesen sein. Denn die zahlreichen Fragen machten deutlich, dass die geplante Schützenhalle längst nicht nur als Vereinsprojekt wahrgenommen wird. Sie soll ein Ort werden, an dem sich die Menschen aus Sendenhorst begegnen, Sport treiben, feiern und Gemeinschaft erleben können.Der Zeitplan steht: Der Bauantrag soll noch in diesem Jahr beim Kreis Warendorf eingereicht werden. Die Förderanträge sollen im ersten Quartal 2027 gestellt werden.