Schützenverein sammelt für die Kriegsgräberfürsorge

Die diesjährige Haussammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird in Sendenhorst am 27. Und 28. März stattfinden. Wiederum haben sich rund 30 Mitglieder des Vorstandes, des Offizierskorps, der Kompanie, der Ehrengarde und der Damengarde des Allgemeinen Schützenvereins St. Martinus für die Aktion zur Verfügung gestellt. Seit 1992 führt der Schützenverein die jährliche Haussammlung für den Volksbund durch und hat während dieser Zeit schon über 200.000 Euro an Spendengeldern gesammelt.

Der Vorsitzende der Ortsgruppe des Volksbundes, Andreas Rickert, hat mit seinen Mitstreitern die organisatorischen Vorbereitungen abgesprochen. Es wird in 17 Bezirken in Sendenhorst gesammelt. In diesem Jahr konnten wieder alle Bezirke vergeben werden, um möglichst viele Haushalte zu erreichen. Die Sammlerinnen und Sammler, ausgestattet mit Sammlerausweis, Spendenlisten und Geldtasche, werden an die Haustüren klopfen und um Spenden bitten.

Während in den meisten Ländern staatliche Stellen mit der Kriegsgräberfürsorge betraut sind, nimmt der 1919 gegründete Volksbund als gemeinnützige Organisation in Vereinsform diese Aufgabe in Deutschland wahr. 1954 beauftragte die Bundesregierung den Volksbund mit der Aufgabe, die deutschen Soldatengräber im Ausland zu suchen, zu sichern und zu pflegen. In seiner Obhut befinden sich 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,5 Millionen Kriegstoten. Seit 1992 richtete der Volksbund 330 Friedhöfe des Zweiten Weltkrieges und 188 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg in Ost-, Mittel- und Südosteuropa wieder her oder legte sie neu an. 759.110 Kriegstote wurden auf 82 Kriegsgräberstätten umgebettet.

Mit der Anlage und Erhaltung der Friedhöfe bewahrt der Volksbund das Gedenken an die Kriegstoten. Die riesigen Gräberfelder erinnern die Lebenden an die Vergangenheit und konfrontieren sie mit den Folgen von Krieg und Gewalt.

Zu diesem Zweck vermittelt der Volksbund unter anderem Fahrten zu den Kriegsgräberstätten, veranstaltet nationale und internationale Workcamps und Jugendbegegnungen an Friedhöfen und Gedenkstätten und informiert in Schulen und Schulfreizeiten. Das Leitwort lautet „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“. Für die hervorragende Jugendarbeit wurde dem Volksbund 2014 der Westfälische Friedenspreis verliehen. Dass der Frieden in Europa, mit dem wir seit nunmehr über 70 Jahren gelebt haben, keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt der Ukraine-Krieg, der unmittelbar vor unserer europäischen Haustür tobt. Um auch hier grundlegende Hilfe zu leisten, wird die Hälfte der Spendeneinnahmen an die Ukraine-Nothilfe weitergeleitet.

Der Volksbund hat in der Nähe von vier Friedhöfen Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten errichtet, wo Schul- und Jugendgruppen ideale Rahmenbedingungen für friedenspädagogische Projekte vorfinden. Um die gesellschaftspolitisch sehr bedeutsame Arbeit des Volksbundes fortzuführen, bedarf es insbesondere auch der finanziellen Unterstützung durch die Bevölkerung.

Die Spenden sollen wiederum für den Ausbau, die Pflege und Instandsetzung von Kriegsgräberstätten im Ausland, Unterstützung der Workcamps im In- und Ausland für Projekte im Rahmen der Friedenserziehung in den Jugendbegegnungsstätten des Volksbundes verwandt werden.

Angesichts des ganz erheblichen Finanzbedarfs bittet der Volksbund um eine großherzige Spende. Die Schützinnen und Schützen würde es sehr freuen, wenn sich auch diese Sammlung vom Ergebnis her in das erfreulich hohe Aufkommen der letzten Jahre gut einpassen lässt. Allen, die die Sammler freundlich empfangen und ihnen eine Spende übergeben, dankt der Volksbund schon jetzt recht herzlich.