Kaiser Kay Haake regiert

Es war ein langer Schützenfest-Samstag. Er begann um 6 Uhr in der Früh und endete um 21.35 Uhr, als Kay Haake die Reste eines zähen Holzvogels von der Stange geholt hatte. Wer am Samstag beim Schützenfest in Sendenhorst dabei sein wollte, musste früh aus den Federn. Bereits um 6 Uhr morgens läutete der traditionelle Weckruf den großen Festtag ein.

Doch von Müdigkeit war schnell keine Spur mehr. Ab 9 Uhr nahm ein abwechslungsreicher Schützenfesttag mit vielen Höhepunkten seinen Lauf. Den Auftakt bildete der ökumenische Gottesdienst im Festzelt, der musikalisch von der Stadt- und Feuerwehrkapelle Sendenhorst gestaltet wurde. Anschließend hieß es für die Schützen Uniform an, Gewehr geschultert und antreten.

Gemeinsam marschierten sie zum Konzert ins St.-Josef-Stift und das St.-Elisabeth-Stift. Nach dem Vorbeimarsch am Westportal führte der Weg weiter zum Ehrenmal, wo die traditionelle Kranzniederlegung und die Totenehrung stattfanden.

Zurück im Festzelt wartete schließlich der gemütliche Mittagsschoppen mit Töttchen- und Erbsensuppenessen. Für einen sicheren Ablauf rund um das Festgeschehen sorgten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Sendenhorst sowie Bezirksbeamter Ralf Dahlmann.

Ein besonderes Highlight für die jüngsten Schützen war das Kinderkönigsschießen. Hier schrieb Silas Wagner Vereinsgeschichte: Er legte die Königskette gar nicht erst ab und setzte sich erneut an die Spitze. Mit dem entscheidenden Schuss krönte er sich zum Kinderkaiser. An seiner Seite steht Kinderkaiserin Pia Kötter.

Für den Nachwuchs gab es zudem ein buntes Rahmenprogramm mit Kinderschminken, Kettenkarussell und Hüpfburg, beste Unterhaltung für die kleinen Festbesucher.

Am Nachmittag wurde es dann spannend. Beim großen Königsschießen begann der Kampf um die Königswürde. Mit flotten Sprüchen und viel Charme führte Jan Hauser durch das Geschehen. Lange Zeit hatten mehrere Aspiranten Chancen auf die Königskette. Christopher Haarmeyer, Paul Kössendrup, Uwe Landau, Heidrun Meyer, Uwe Meyer, Andreas Zuske und Kay Haake lieferten sich einen packenden Wettkampf. Doch der Vogel erwies sich als besonders hartnäckig.

Nach 563 Schüssen mit der normalen Waffe musste schließlich auf stärkere Munition umgestellt werden. Dafür wurde eigens ein anderes Gewehr organisiert. Aus dem langen Ringen entwickelte sich am Ende ein spannender Vierkampf.

Eine Premiere gab es dabei in der Vereinsgeschichte. Mit Heidrun und Uwe Meyer kämpfte erstmals ein Ehepaar gemeinsam um die Königswürde. Beide waren fest entschlossen, den Titel zu erringen. Um 21.35 Uhr war es dann soweit. Nach etwas mehr als fünf Stunden, insgesamt 563 Schüssen mit der normalen Waffe und knapp 40 weiteren Schüssen mit der stärkeren Munition, setzte Kay Haake den entscheidenden Treffer und holte den Vogel von der Stange.

Für Haake ist der Erfolg eine besondere Geschichte. Bereits 2010 hatte er den Vogel abgeschossen, damals mit der 369. Patrone. In diesem Jahr benötigte er damit mehr als doppelt so viele Schüsse wie im Vorjahr König Matthias Funke, der zu den ersten Gratulanten gehörte.

Auch die Insignien fanden im Verlauf des Schießens ihre neuen Besitzer. Mit dem 69. Schuss holte sich Paul Kössendrup das Zepter, nur einen Schuss später sicherte er sich auch den Reichsapfel. Matthias Funke setzte mit dem 71. Schuss die Krone auf. Das Fässchen ging mit dem 173. Schuss an Alexander Descher.

Für beste Stimmung auf dem Festplatz sorgten die musikalischen Kräfte des Schützenfestes. Der Stadtfanfarenzug Blau Weiß Sendenhorst, der Spielmannszug der SG Sendenhorst sowie die Stadt- und Feuerwehrkapelle Sendenhorst begeisterten die Besucher.